Die Tafel ist für viele eine große Hilfe!
Elke Licht, Kandidatin für den Gemeinderat Lilienthal und den Kreistag Osterholz Felix Hannig, Andreas Strassemeier, Kandidaten für den Gemeinderat Lilienthal und den Kreistag Osterholz
Die Kandidat_innen der Linken Felix Hannig, Andreas Strasssemeier und Elke Licht besuchten die Lilienthaler Tafel. Jan und Karin (Vorstand) erklärten ausführlich den Ablauf und die aktuelle Situation.
Hier der Bericht:
Wir waren schon beim Betreten der Räumlichkeiten beeindruckt von dem übersichtlichen und offensichtlich sehr gut organisierten Ablauf des Betriebes. Denn davon kann man inzwischen sprechen, obwohl alle Mitarbeiter_innen ehrenamtlich arbeiten und die Tafel selbst ein eingetragener Verein ist! Momentan gibt es 109 Mitglieder, die die Tafel finanziell unterstützen. Die Gemeinde Lilienthal gibt einen Zuschuss von zur Zeit 8000 Euro jährlich. Auf der anderen Seite bestehen erhebliche Ausgaben für Strom, Reinigung, Müllentsorgung, Fuhrpark, Kühlräume etc. Der Vorstand arbeitet durchschnittlich 25 Stunden wöchentlich ehrenamtlich.
Ehrenamtliche Mitarbeiter_innen können sich zeitlich flexibel in den Ablauf einbringen. Viele Ehrenamtliche sind seit Jahren bei der Tafel tätig und weit über 70 Jahre alt.
Die Tafel wird von mehreren Supermärkten aus Lilienthal, Grasberg und Worpswede beliefert. Den größten Anteil machen frisches Gemüse und Obst aus. Die ehrenamtlichen Fahrer holen diese Waren mit zwei Transportern ab und gelegentlich bringen sie auch Waren zu Kunden, die nicht mehr mobil sind. Voraussetzung für die Kunden ist der Nachweis der Bedürftigkeit. Der Nachweis ist mit einem Sozialleistungsbezug, auch Bafög und/oder einer geringen Rente, erbracht. So erhalten die Kunden Tafelausweise, mit denen sie dann für drei Euro wöchentlich gut gefüllte Warenkörbe erhalten.
Wir sprachen auch darüber, dass die finanzielle Situation für viele Kunden ein bedrückendes Thema ist. Die Scham, dieses Angebot anzunehmen, ist bei manchen Kunden_innen immer noch vorhanden. Manchmal kommt es bei der Ausgabe zu Diskussionen, weil manchen Kunden_innen glauben, dass die Tafel ein staatliches Angebot sei und ihnen jede beliebige Menge zustehen würde.
Wir haben einen sehr guten Einblick in die ehrenamtliche Arbeit bekommen und haben großen Respekt davor. Obwohl wir als Linke einige kritische Bemerkungen dazu gemacht haben. Zum Beispiel die Überproduktion der Lebensmittelkonzerne, das Anspruchsverhalten mancher Konsument_innen usw. Aber der Druck auf Menschen, die finanziell überlastet sind, ist Realität und das Angebot der Tafel für sie natürlich eine große Hilfe.




